Informationen zur invasiven Zackenschote im Raum Jena

Mitte Juni 2016: Die Blüte der Zackenschoten geht zu Ende
Die Pflanzen müssen jetzt dringlich gemäht werden. Pflanzen, die noch blühen, reifen nicht vollständig aus, doch abgeblühte Pflanzen reifen so weit nach, dass die Samen dann später ausfallen. Pflanzen sollten daher nach dem Schnitt vorsichtig in Säcke getan werden.

Pflanzen, die bereits früh im Jahr gemäht wurden, haben einen kleineren zweiten Blütentrieb. Diese Pflanzen sind in der Entwicklung etwas zurückgeworfen, so dass sie jetzt noch gestochen werden können - die Reste kann man noch problemlos liegen lassen.

Diese reife Pflanzen sollten unschädlich entsorgt werden (Restmüll, Biogas, Verbrennung). Nach unserer Erfahrung mit Erdstoffen werden bei der Kompostierung nicht alle Samen abgetötet. Auch lokal angelegte Kompostmieten können helfen, allerdings darf das Material danach viele Jahre lang nicht weiter verteilt werden, sondern muss gründlich und vollständig verrotten.

Abgeschnittene Pflanzen treiben als Rosette wieder aus. Rosetten können sehr gut gestochen werden. Wir sind dankbar für Hinweise und Erfahrungen mit Herbiziden, deren beste Wirkung in den Monaten Juli bis September erreicht werden soll.

Hier kann ein Faltblatt heruntergeladen werden:
Faltblatt über die Zackenschote (Auflage 2015)

Das Faltblatt ist auch kostenlos im Museum erhältlich und kann für andere Kommunen nachgedruckt werden. Helfen Sie mit, die rasante Ausbreitung dieser Pflanze zu stoppen. Viele Wiesenbiotope stehen auf dem Spiel: Hat die Zackenschote hier einmal Fuß gefasst, nehmen die Bestände bei falscher Behandlung rasch zu und die übrige Wiesen-Vegetation verschwindet. Ackerrandstreifen verarmen, selbst in lichte Wälder dringt die Pflanze vor.

Die wirkungsvollste lokale Bekämpfung liegt im tiefen Ausstechen der Wurzeln. Die Zackenschote sollte ansonsten ca. Anfang Juni gemäht werden, da dann die Samenreife einsetzt.

a) Wird früher gemäht, so treiben die Pflanzen eine zweite Blüte aus.

b) Spätere Mähtermine haben zur Folge, dass eine stetig wachsende Zahl von Samen reif ist und damit die weitere Ausbreitung der Pflanze möglich wird. Je später der Mähtermin liegt, desto höher wird die Samenzahl.

c) Um eine Samenreife sicher zu verhindern, sind zwei Mähgänge im Mai und Juni notwendig.

d) Die Mahd sollte so selektiv wie möglich erfolgen, um die Entwicklung anderer Pflanzen zu erlauben.

Sofern die Pflanzen bereits reifen, empfehlen wir eine lokale Kompostierung auf einem großen Haufen, der in den Folgejahren kontrolliert wird. Beim Transport der Pflanzen muss darauf geachtet werden, dass keine Samenkapseln abfallen. Sinnvoll zum Sammeln sind u.a. große Laubbeutel. Mähwerke müssen gereinigt werden.

Erd- und Bodentransporte: Durch verunreinigte Erdstoffe / Böden / Kompost erfolgt zur Zeit eine Kontaminierung mit Zackenschoten in Jena und im weiteren Umkreis. Dies wird in allen neuen Baugebieten besonders deutlich.

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Foto: Straßenrand in Göschwitz

Das Faltblatt ist kostenlos an der Kasse des Phyletischen Museums erhältlich. Für nähere Informationen zum Management dieser invasiven Art können Sie Dr. Gunnar Brehm kontaktieren.

Zur dauerhaften lokalen Bekämpfung der Zackenschote empfehlen wir spatenähnliche Unkrautstecher zu verwenden (siehe Faltblatt). Diese sind in Jena im Handel bisher nicht erhältlich. Geräte können kurzzeitig im Museum entliehen werden. Eine Bestellung über das Museum ist möglich (Kosten zur Zeit 43 Euro).

Was kann man tun? Jeder der möchte kann beitragen: Tragen Sie die Information weiter, beseitigen Sie selbst insbesondere Pionier- und Einzelpflanzen, helfen Sie beim Erhalt der Thüringer Naturschutzgebiete. In Jena gibt es regelmäßig Arbeitseinsätze gegen Zackenschote, Knöterich und Goldrute.

Landwirtschaft/Straßenböschungen: Bei starkem Befall z.B. an Feldrändern ist u.U. ein Umpflügen sowie regelmäßige Mahd erforderlich. Der Einsatz von Herbiziden (gegen Zweikeimblättrige) kann sinnvoll sein – es empfielt sich aber zunächst ein mehrjähriges richtiges Management (vollständige Mahd und Unterbinden weiterer Samenproduktion).

Ausstellung Orobates bis 20.09.2016

Die neue Sonderausstellung "Orobates – nach 300 Millionen Jahren reanimiert“ wird bis zum 20.09.16 gezeigt.

Wie kann man die Bewegung eines Tieres erforschen, das vor unvorstellbar langer Zeit gelebt hat? Den Ausgangspunkt bilden zwei spektakuläre Funde: Ein fast vollständig erhaltenes fossiles Skelett und der versteinerte Abdruck einer Fährte.

Mehr zur Ausstellung Orobates

Sonderführungen zur Orobates-Ausstellung

Kuratorinnenführung: OROBATES. Nach 300 Millionen Jahren reanimiert.
Mittwoch, 15. Juni 2016 um 16 Uhr | Dauer: 45 Minuten | Treffpunkt: Foyer des Phyletischen Museums Jena

Wie kann man die Bewegung eines Tieres erforschen, das vor 300 Millionen Jahren gelebt hat? Wie kommen die WissenschaftlerInnen eigentlich zu ihren Ergebnissen? Was kann neueste Technik über ein uraltes Fossil herausfinden? Wo bestehen die Grenzen dessen, was man beweisen kann? Und welche Rolle spiele hier Bilder? Diesen Fragen wollen wir in der Führung an Hand von Objekten wie originalen Fundstücken, Modellen, Röntgenvideos, Animationen und einem lebensgroßen Roboter gemeinsam nachgehen.

Mit Maike Orlikowski und Alina Strmljan

Die Führung wird auf Deutsch gehalten.

 

Weitere Führungen werden folgen

Menschwerdungs-Saal: Renovierung

Im August soll der neue Menschwerdungs-Saal eröffnet werden - die Renovierung ist abgeschlossen und neue Vitrinen stehen für die Bestückung zur Verfügung. Wir arbeiten zur Zeit mit Hochdruck an der Umsetzung der Konzeption und freuen uns auf den neuen Saal.

Wir bitten um Verständnis, dass Ihnen dieser Saal vorübergehend nicht zur Verfügung steht.

Falternamen zu vergeben

Ist die Zahl der Sterne unserer Galaxie ist besser erforscht als die Zahl der Tier- und Pflanzenarten auf der Erde? Bisher wurden „nur“ rund 1,2 Millionen Tierarten beschrieben, d.h. sie tragen einen wissenschaftlichen Namen. Noch weit mehr Tierarten sind aber unentdeckt und sie spielen z.B. bei der Planung von Schutzgebieten bisher keine Rolle.

Das Phyletische Museum in Jena beteiligt sich an der weltweiten Inventur der biologischen Vielfalt. Mit einer kleinen Spende können Sie diese Arbeit wirksam unterstützen und dabei helfen, neue Arten zu finden und wissenschaftlich zu beschreiben. Mit dieser Hilfe können wichtige Entscheidungen zum Schutz biologischer Vielfalt getroffen werden. Und eine Art trägt für immer Ihren Namen – oder den Ihrer Kinder oder Freunde.

Zum Faltblatt: Werden Sie Namenspate für eine neue Tierart

Besonders viele unbekannte Arten kommen in den Bergregenwäldern Südamerikas vor. Viele Hundert Falterarten gibt es beispielsweise in diesem Nebelwald in den Anden, den wir seit 15 Jahren untersuchen. Dabei hat sich herausgestellt, dass die meisten Arten bisher in keinem Museum der Welt erfasst sind. In den nächsten Jahren möchten wir viele neue Falterarten beschreiben und benennen. Ab einer Spende von 100 Euro können Sie Namenspate einer kleinen neuen Falterart werden. Mit Ihrer Spende können wir die Art sorgfältig dokumentieren und die Beschreibung veröffentlichen. Exemplare der neuen Art werden dauerhaft im Phyletischen Museum in Jena aufbewahrt.



Förderverein Phyletisches Museum e.V.
Vor dem Neutor 1
07743 Jena
Spenden: Sparkasse Jena-Saale-Holzland
Konto 30171, BLZ 830 530 30
IBAN DE39 8305 3030 0000 0301 71
Informationen: gunnar.brehm@uni-jena.de
03641 / 949 184

Aktuelle Öffnungszeiten (seit 1. November 2015)

Die Öffnungszeiten des Museums wurden ab November 2015 verändert. Die aktuellen Zeiten sind:

Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, Montag geschlossen

Dienstag bis Freitag: Geöffnet von 9 Uhr bis 13 Uhr, 14 Uhr bis 17 Uhr
Sonnabend und Sonntag: Geöffnet von 10 bis 16 Uhr