Sonderausstellung DUFTSPUREN

Sonderausstellung DUFTSPUREN bis 26.8.2018

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Ein Duft kann eine unheimliche Kraft entfalten: uns in eine bestimmte Situation zurückversetzen, uns zu jemandem hinziehen oder uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Und nicht nur der Mensch ist seinem Riechsinn ausgeliefert, auch für Tier und Pflanze spielen Gerüche eine fundamentale Rolle, entscheiden über Freund oder Feind, evolutionären Erfolg oder Aussterben. Die chemische Sprache der Düfte gilt als die älteste Form der Kommunikation in der Natur überhaupt.

Vom Bienenstaat bis zur Bakterienkultur werden Gemeinschaften durch chemische Signale organisiert. Genauso vielfältig wie die Wirkung ist die Zusammensetzung der Düfte. Dementsprechend ist auch die Exposition im Medusensaal konzipiert. Kuratorin Gudrun Rauwolf sagt:„Zum einen führen wir ein in das Reich der Geruchsstoffe, in eine flüchtige Welt jenseits des Sichtbaren, und stellen Struktur und Wirkungsweise von Signalmolekülen vor. Zum anderen schaffen wir immer wieder Bezüge zur aktuellen Forschung in Jena."

Zu den Besonderheiten zählt, dass die Besucherinnen und Besucher lebende Ambrosiakäfer und Blattschneiderameisen beobachten können. Die Ameisen werden täglich mit frischen Blättern versorgt, die sie sorgsam kleinschneiden und damit einen Pilz füttern, der wiederum die Ameisen ernährt – alles gut zu beobachten. Die sozialen Insekten kommunizieren und organisieren sich über chemische Botenstoffe, sogenannte Pheromone.

Daneben erwarten die interessierte Öffentlichkeit Informationen rund um die Duftstoffforschung, Lockstoffe intelligenter Pflanzen, mikrobielle Kommunikation, Duft unter Wasser oder zu Anwendungen der Riechstoffforschung.

An 25 Riechstationen können die Besucher selbst die Natur erriechen und ihren Geruchssinn auf die Probe stellen. Wohltuende Düfte nach Kakao, Limone oder frisch gemähtem Rasen mischen sich da mit schwefligem Meergeruch. Decanal ist sowohl in Chanel Nr. 5 als auch im Geruch nach Ziegenbock enthalten - alleine die Dosis bestimmt, wie dieser Stoff wahrgenommen wird. Luft und Wasser sind voller natürlich produzierter chemischer Substanzen, die anlocken, abschrecken und Informationen zwischen Organismen vermitteln.

Zu den Besonderheiten der Ausstellung gehören auch historisch wertvolle Exponate. Gezeigt wird das wertvolle Modell einer Seidenspinnerraupe aus dem Jahr 1868 sowie ein erst kürzlich entdeckter Original-Herbarbeleg von Ernst Haeckel - eines Exemplars des Sägetangs von der Insel Helgoland.


Vorträge, Führungen und Angebote zur Ausstellung